Reisebericht Fränzi Zerilli
Zum dritten Mal besuchte ich diesen Herbst mit Marlene die Basisschule in Recife. Es war für mich eine besondere Reise, begleitete uns doch meine Nichte und „Gottemeitschi“ Nicole. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen, war ich so gespannt, wie die Eindrücke der Armut des Viertels aber auch des Reichtums an Fröhlichkeit und Offenheit der Menschen auf sie wirkten.

Es hat mich tief beeindruckt, wie sich Nicole von den Kindern, dem Schulbetrieb und dem Einsatz der Lehrerinnen faszinieren liess. Ihr Schlusssatz im Reisebericht sagt alles: „Nachdem ich alles selber sehen und erleben durfte, verstehe ich Marlenes jahrelanger Enthusiasmus für die Schule“. Ich kann dieser Aussage nur zustimmen!
Ich freute mich sehr auf den Moment, an dem wir der Schulleitung den Check von Fr. 22’755.- aus dem Pfarreiprojekt „Liberdade“ der St. Marienpfarrei in Olten überbringen konnten. Die Marienpfarrei unterstützt jeweils Projekte, für welche sie während einem Jahr Geld sammelt. Als ihre Pfarreisekretärin freute es mich natürlich sehr, dass im Jahr 2010 unser Verein „Liberdade“ die Zustimmung bekam. Bei speziellen Anlässen, über Kollekten bei Gottes-diensten, Zuwendungen bei Trauerfällen und durch viele kleinere und grössere Spenden der Pfarreiangehörigen kam dieser grossartige Betrag zusammen.
Die Freude der Lehrerinnen und der Schulleitung war gross, denn das Geld wird sehr gerne für die Renovation der Küche eingesetzt. Der Küchenboden senkt sich, der Kochherd ist sehr alt, der Kühlschrank defekt, neue Pfannen werden gebraucht und viele Küchengeräte geben den Geist auf!
Auch sind Reparaturen im Esszimmer, am Dach und an der Fassade nötig, ebenso wie die Instandstellung der Spielgeräte auf dem Pausenplatz.
Die laufenden Spendengelder werden gebraucht um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, wir finanzieren damit das Essen für die Kinder und die Löhne der fünf Lehrkräfte, einer Kinderpsychologin und der Köchinnen. Unterhalt am Gebäude kann nur gemacht werden, wenn Ende Jahr noch Geld übrig ist.
Sehr eindrücklich war die Besprechung mit den Lehrkräften, mussten wir ihnen doch mitteilen, dass der Spendenfluss aus Deutschland im Jahre 2013 zu Ende geht. Die Schulleitung bestätigte uns, dass dies eine grosse Veränderung bedeute, sie aber alle Möglichkeiten ausschöpfe, um den Weiterbestand der Schule zu garantieren. Die Lehrkräfte arbeiten mit Herzblut, nötigenfalls auch mit weniger Lohn, aber bestimmt zum Wohle der Kinder. Diese Haltung motiviert mich umso mehr, meinen Beitrag für die Schule in der Schweiz zu leisten.
Herzlichen Dank, wenn Sie mit Ihrer Spende dieses wertvolle Projekt unterstützen!
Brasilien Oktober 2011, Fränzi Zerilli
